Nach metafiktionalen Bücherträumen (Goran Petrovićs "Die Villa am Rande der Zeit" und Zoran Zivkovićs "Der unmögliche Roman") und niedlich-naiver Weltbetrachtung (Dragan Aleksićs "Vorvorgestern" und "Im Ministerium für Mamas Angelegenheiten" von Bora Ćosić) mal was Neues: Unverhohlen vorgetragene Misanthropie und lähmende Angst. In vier Abschnitten zeichnet Jovan Nikolić ein Bild von der menschlichen Existenz voll Krankheit, Schmerz - der sich hier dankenswerterweise auch einmal physisch manifestieren darf - und Unsicherheit, das nicht unbedingt Freude auf den nächsten Tag macht. Dafür aber umso mehr auf die nächste Seite. Vor allem im ersten Abschnitt "Hypochondrie" (auch die anderen sind nach Geisteskrankheiten benannt: "Apathie", "Somnambulie" und "Familie") überschlägt sich Nikolić beinahe mit Beschreibungen von innerlich faulen Körpern, fieberndem Wahn und überempfindlichen Organen am Rande des Versagens.
Dass diese Betrachtung des Verfalls und der Qual vor allem eine Selbstbetrachtung ist, daran lässt Nikolić keinen Zweifel. Dafür aber - dank leicht erhobener Braue über dem manisch zwinkernden Auge - daran, dass das alles so ernst gemeint ist, wie es klingt. "Hoffnungslos, aber nicht ernst. Eine Lektion in Galgenhumor", so dann auch der Einband, den das vielleicht abgründigste Titelbild dieses Jahres schmückt. Und selbst wenn es doch um den Körper so schlimm steht, wie in den Zeilen beschrieben, kommt der Autor nicht umhin, dem noch etwas Gutes abzugewinnen: Lieber Hypochondrie anstatt echter geistiger Leere, lieber ein alle Sinne schärfendes Fieber, lieber ein von der Fäule ergriffener Körper als ein gesättigter, der auch den Geist zufrieden und träge macht. Ekel als Herausforderung.
weiter...
Freitag, 8. Juli 2011
Montag, 4. Juli 2011
A month of movies: June.
It's been a slow movies month for me, if only because of the fact that for a large part of it I was extremely busy and for another one and a half weeks on vacation. I did finally catch up on everybody else though and saw two recent DVD releases that have made it into the IMDB Top 250 - and while I enjoyed both (if for entirely different reasons and to a different degree), I cannot quite agree with their rank. But go ahead and read it all:
The short -
Go and see: /
Well worth watching: How To Train Your Dragon (DVD).
Also deserving a chance: The Social Network (DVD), 9 Leben & Joschka Und Herr Fischer.
The long -
The short -
Go and see: /
Well worth watching: How To Train Your Dragon (DVD).
Also deserving a chance: The Social Network (DVD), 9 Leben & Joschka Und Herr Fischer.
The long -
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Donnerstag, 30. Juni 2011
Beograd, te volim.
Demnächst auch mal wieder Fotos, aber erstmal: Urlaub an der Donau.
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note to self
Donnerstag, 16. Juni 2011
Mittwoch, 15. Juni 2011
Montag, 13. Juni 2011
Besetzungswechsel.
"'Das Spiel ist aus!' riefen in der Schlußszene die endlich siegreichen Gegenspieler den entlarvten bösen Machthabern zu, verstellten ihnen den Weg zur Flucht oder zu den Waffen, nahmen sie fest und führten sie, ohne sie noch eines Blickes zu würdigen, in die Kulisse ab, während der Vorhang fiel. Als er dann aber zum Applaus wieder hochging, kamen die besiegten Machthaber schon Hand in Hand mit den neuen Siegern zurück, und alle verneigten sich artig vor dem Publikum, das ihnen zurief und wie von allen guten Geistern verlassen Beifall klatschte."
(Erich Fried, in: "Mein Heldenzeitalter", S. 176, "Die Tragödie")
"Wer, um frei zu sein, die Macht stürzt, übernimmt das Gegenteil der Freiheit, die Macht."
(Max Frisch, in: "Graf Öderland", S. 136)
"Alle Rechtdenkenden sind meistens nur eine einzige Person. Heute bin ich es und die Meinen, morgen bist du es und die Deinen. - Man wird dazu ernannt, oder besser, man ernennt sich dazu."
(August Strindberg, in: "Ein Traumspiel", S. 94)
(Erich Fried, in: "Mein Heldenzeitalter", S. 176, "Die Tragödie")
"Wer, um frei zu sein, die Macht stürzt, übernimmt das Gegenteil der Freiheit, die Macht."
(Max Frisch, in: "Graf Öderland", S. 136)
"Alle Rechtdenkenden sind meistens nur eine einzige Person. Heute bin ich es und die Meinen, morgen bist du es und die Deinen. - Man wird dazu ernannt, oder besser, man ernennt sich dazu."
(August Strindberg, in: "Ein Traumspiel", S. 94)
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notizblock
Mittwoch, 8. Juni 2011
It's just people having a good time.
Keine Angst, ihr seid nicht bei Tumbler gelandet. Trotz Audrey. Bei mir gibt's zu den Bildern nämlich auch Inhalt, der nicht selbst dazu gedacht werden muss: Filme raten, virtuelle Kekse gewinnen! (Und eines Tages gegen selbstgebackene Chocolate Chip Cookies eintauschen können. Versprochen.)
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